7 Dinge, die mich 2015 gelehrt hat (und was du daraus lernen kannst)

7 Dinge, die mich 2015 gelehrt hat (und was du daraus lernen kannst)

Die letzten Tages des Jahres waren und sind für mich immer eine Phase des Innehaltens und Nachdenkens. Einmal zur Ruhe kommen. Tief durchatmen.

Ich finde es erschreckend, dass ein Jahr von heute auf morgen vorbei sein kann – vor allem ein so beeindruckendes wie 2015! Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich mal reflektiert, was in den letzten 365 Tagen passiert ist.

Zu selten nehme ich mir sonst die Zeit, einen tiefen Blick zurück zu werfen und aus den Geschehnissen bewusst zu lernen. Da ist so ein Datum wie der 31.12. als Erinnerung dafür ganz praktisch. Auch wenn sich außer der Datumsanzeige nicht mehr ändert als an jedem anderen Tag auch.


feuerwerk


2015 war für mich unglaublich vielfältig; vor allem im Kontrast zu den relativ ereignislosen Schuljahren davor:

  • Ich bin aus meinem Elternhaus ausgezogen und bekam durch verschiedene Jobs das erste Mal ein regelmäßiges Gehalt.
  • Ich habe den Führerschein gemacht und diesen Blog gestartet.
  • Ich habe mehr inspirierende Menschen kennengelernt und echte Freundschaften geschlossen als in allen Jahren zuvor.
  • Ich hatte zwei wunderschöne und lehrreiche Beziehungen, für die ich sehr dankbar bin.
  • Und ich habe mich auf eine Reise in unbekannte Länder begeben, deren Ausgang noch immer ungewiss ist…

Ich finde, dass wir zu selten unsere Erfahrungen im Leben weitergeben. Aus Fehlern und Erfolgen anderer zu lernen ist nicht nur einfacher als diese selbst zu machen, sondern auch viel ungefährlicher! Ich möchte deshalb mit dir in diesem Artikel meine Einsichten aus 2015 teilen. Here you go!


erfahrung



#1 Eigeninitiative ist das A und O

Vor ein paar Jahren noch war ich mit meinem Körper sehr unzufrieden. Ich ernährte mich nicht gesund, hatte zu wenig Bewegung und verbrachte zu viel Zeit am PC. Trotz meiner Unzufriedenheit blieb mein Körper wie er war, weil ich mein Verhalten unverändert ließ.

Irgendwann war die Frustration zu groß und ich begann, mich mit Möglichkeiten zu beschäftigen, um meine Situation zu ändern. Ich kaufte bewusster ein, folgte dem Programm “Fit ohne Geräte” und verbrachte mehr Zeit in der Natur.

Mein Körper veränderte sich langsam, aber sichtbar. 2015 startete ich dann voll durch und trainierte für die nächsten Monate mehrmals die Woche mit Freunden auf dem Spielplatz. Meine Fortschrittskurve verlief steil nach oben und seitdem komme meinem Ideal immer näher.


joggen


Im April 2015 nahm ich an der #dclass conference in Berlin teil (hier liest du den Artikel dazu). Der Kontakt mit so vielen spannenden und jungen Menschen hat mich damals stark inspiriert und mir gezeigt, wie viel durch den Schritt vom “Planen” hin zum “Machen” möglich ist.

Zurück in Weimar startete ich diesen Blog und schrieb seitdem über alles, was mich so beschäftigte.

Auch wenn ich keine konkrete Zielgruppe habe oder ein bestimmtes Thema verfolge, verbessere ich durch dieses Projekt stetig meinen Schreibstil und lerne, meine Gedanken geordnet und nachvollziehbar zu präsentieren. Die Erstellung und Verwaltung einer eigenen Website sind Skills, die ich ohne proaktives Handeln in diesem Umfang nicht gelernt hätte.


Reagierst du immer nur passiv auf äußere Geschehnisse, wird sich die Welt um dich herum zwar weiter bewegen. Aber diese Bewegung geht höchst wahrscheinlich in eine Richtung, die dir nicht zu 100% zusagt.

Willst du also Veränderung schaffen, die dich glücklicher macht, nimm die Zügel selbst in die Hand. Auch wenn das oftmals ein Mehr an Arbeit bedeutet – es lohnt sich!


lenkrad


#2 WG-Leben fetzt

Im Dezember 2014 bin ich aus meinem Elternhaus ausgezogen und wurde Teil einer gemütlichen 3er-WG in Weimar. Diese Entscheidung traf ich nicht zuletzt, um meinen Arbeitsweg zu verkürzen und unabhängiger von Bussen zu sein. Außerdem wohnte dort schon seit längerem ein guter Freund von mir.

Weil das Wohnprojekt im Juni leider aufgelöst wurde, zog ich für meine letzten zwei Monate in Deutschland noch einmal um, blieb aber in Weimar. Nachdem ich dieses Gefühl der Eigenständigkeit einmal erlebt hatte, wollte ich nicht wieder nach Hause ziehen.


küche


Neun Monate WG-Erfahrung haben mir gezeigt, welches großartige Potential in dieser Form des Wohnens steckt. Gerade das Leben in der ersten Wohnung schenkte mir so viele inspirierende Gespräche, lustige Kochrunden und fette Parties, dass meine vorherige Zeit zu Hause auf dem Dorf dagegen regelrecht eintönig wirkte (vom spannenden Familienleben mal abgesehen ;D).

Nebenbei erlernte ich den Umgang mit gesteigerter Selbstverantwortung, mittlerem Minimalismus auf 7m2 Zimmerfläche und Unordnung nach ausgearteten WG-Parties.


bier


Wenn du also

  • deine Ausgaben drücken und
  • coole Leute kennenlernen willst (darauf solltest du bei deiner Wahl achten!)
  • oder einfach eine Veränderung in deinem Leben brauchst,

solltest du den Umzug in eine WG auf jeden Fall in Betracht ziehen!


#3 Entscheidungen müssen getroffen werden

Im letzten Jahr stand ich oft vor Entscheidungen, die mich ganz schön zum Grübeln gebracht und viel Zeit beansprucht haben.

Beispielsweise hatte ich nach dem Abitur gefühlte tausend Optionen, was ich als nächstes machen könnte. Und fast genauso viele Vorstellungen meiner Zukunft wollten in dieser Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Auch in meinen Beziehungen kamen des öfteren schwierige Fragen auf. Die Tragweite der möglichen Konsequenzen hat mich bei der Beantwortung vieler Fragen überfordert und paralysiert.


Entscheidung


Mir wurde immer mehr bewusst, wie schwer ich mich mit einigen Entscheidungen tue, weil ich alle Für und Wider berücksichtigen will, und wie naiv mein Ansatz oft war.

Denn: Entscheidungen sind nicht immer rein rational zu begründen. Die Vorgehensweise, Argumente zu sammeln, ist beliebt, führt aber vor allem bei emotionalen Zwickmühlen selten zum Ziel. Im Zweifelsfall kann es sehr hilfreich sein, einfach auf das Bauchgefühl zu vertrauen; die Intention ist hier ein mächtiges Werkzeug.


live


Sobald du eine Entscheidung getroffen hast, solltest du sie nicht mehr hinterfragen und konsequent verfolgen. Du hast dich ja schließlich hierfür oder dafür ent-schieden, um auf einem konkreten Weg weiterzumachen!

Genau diese Konsequenz in der Umsetzung erfordert hohes Selbstvertrauen, macht aus meiner Erfahrung aber glücklicher als das ständige Schielen nach den Alternativen.


#4 Hohe Erwartung = tiefe Enttäuschung

Zum Start dieses Blogs im April hatte ich große Pläne. Ich wollte mit der Zeit ein konkretes Thema finden, mich spezialisieren. Ich wollte mit meinen Texten die Bedürfnisse einer Zielgruppe lösen und mich als Experte positionieren. Ich wollte hieraus ein richtig großes Ding machen.

Doch die Zeit verging und mit ihr das Motivationshoch nach der dclass conference. Ich konnte mich auf keine Zielgruppe festlegen und die Artikel, die ich schrieb, erzeugten wenig Resonanz. Meine gespannte Erwartungshaltung wurde nach und nach von Enttäuschung abgelöst.


Vier Monate vor Beginn der Reise ging ich meine zweite Beziehung ein. Ich war mega happy und dankbar – ich hoffte sogar, dass meine Reise durch Lateinamerika nur eine Unterbrechung dieses Verhältnisses sein würde. Meine Erwartungen führten dazu, dass ich viel zu investieren bereit war und ein Scheitern um jeden Preis verhindern wollte.

Doch Beziehungen beruhen immer auf zwei Seiten und ist eine davon nicht mehr gewillt, bricht alles zusammen. Ich stürzte von meinem Turm der Erwartung auf den harten Boden der Realität. Und ich erkannte, dass meine Sicht auf die Beziehung schon länger eher optimistisch als realistisch war.


Hast du zu hohe Erwartungen, besteht die Gefahr, den Blick für die Realität zu verlieren. Entspricht diese nach einiger Zeit dann nicht mehr deinen Vorstellungen, ist eine tiefe Enttäuschung vorprogrammiert.

Versuche deshalb, vor allem emotionale Themen ohne große Erwartungen zu betrachten, um dich nicht unnötig verwundbar zu machen. Passieren dennoch großartige Dinge, ist die Freude darüber unbeschreiblich!


Freude


#5 Reisen macht megamäßig Bock

Der Trip durch Lateinamerika ist meine erste Reiseerfahrung, die länger als drei Wochen dauert. Und mein erste Möglichkeit, eine ganzheitliche Sicht auf mein restliches Leben zu haben. Was für ein Ausblick!

Nach knapp vier Monaten freien Reisens kann ich Ende 2015 voller Überzeugung sagen, dass diese Zeit eine der geilsten in meinem Leben war. Ich bin meinem früheren Ich so dankbar, dass es das Geld für meinen aktuellen Lebensstil erarbeitet hat – und dieser Dank gilt natürlich auch meiner Familie! 🙂

Was mich vor allem am Reisen begeistert ist die Ungebundenheit und totale Freiheit, die ich jeden Tag erlebe.


Freiheit


Gefällt mir ein bestimmter Ort besonders, kann ich dort so lange bleiben wie ich will. Und sagt mir das Flair eines anderen Ortes überhaupt nicht zu, steige ich einfach in den nächsten Bus.

Treffe ich spannende Leute mit denen ich gerne Zeit verbringe, reise ich für eine Weile mit ihnen zusammen. Und ziehen mich negative Menschen runter, kann ich ihnen so leicht aus dem Weg gehen wie nie zuvor (ist mir bisher zum Glück erst selten passiert…). 😉


Steckst du momentan in deinem Leben fest oder brauchst einfach so eine neue Perspektive, ist Reisen die beste Wahl! Der Abstand vom Alltag und allen Leuten, die dich sonst umgeben, ordnet die Dinge mit der Zeit wie ein Puzzle.

Deine Komfortzone wird in kreativer Weise gedehnt und gestreckt wie Muskeln beim Yoga (wenn du nicht wochenlang in Hostels rumhängst, versteht sich… :)). Außerdem begiebst du dich oft in so viele verschiedene Situationen, dass du wertvolle Kenntnisse über dich selbst und das Verhalten anderer Menschen bekommst.


Yoga


#6 Gesundheit verdient Wertschätzung

Eine Mahlzeit im falschen Restaurant kann in Peru zur Infektion mit dem Norovirus führen.

Ein Schluck Wasser aus der Leitung und fremde Bakterien machen sich im Darm breit.

Im Halbdunkel ein Stock ins Auge bekommen und die Sicht ist für vier Tage getrübt.


Reisen hat mir eine tiefe Dankbarkeit für körperliche Unversehrtheit vermittelt.

Ich weiß jetzt, dass sich mein Befinden plötzlich (und auch ohne erkennbaren Grund) verschlechtern kann. Und ich weiß, wie erschreckend dieses Gefühl der Ohnmacht in solchen Momenten ist (die Beispiele von oben sind wirklich passiert).

Seitdem mir die Flüchtigkeit meines Wohlbefindens bewusst ist, versuche ich es in jedem Moment wertzuschätzen. Diese Übung erleichtert mir den möglichen Umgang mit Krankheiten oder Verletzungen und sorgt außerdem für besseren Schlaf (Quelle).


Dankbarkeit


Wenn du für dich erkennst wie wertvoll deine Gesundheit ist, wirst du insgesamt dankbarer und nimmst vielleicht gesündere Gewohnheiten an. Beispielsweise kannst du deine Ernährung anpassen, dich mehr bewegen oder öfter kuscheln (Quelle). 🙂

Das sollte dir dein Wohlbefinden doch wert sein, oder?


#7 Deutsche haben wirklich nix zu jammern

Ich habe ganze Familien gesehen, die unter provisorischen Dächern aus Wellblech im Dreck lebten.

Ich sah einen zerlumpten Mann auf dem Bürgersteig, der mit einem Messer eine eiternde Wunde am Bein bearbeitet hat.

Bettler ohne Beine, die auf einem Skateboard sitzend durch die Straßen rollen.


Reisen hat mich mit viel Armut und Leid in Berührung gebracht. Mir erscheint es mit der Zeit immer lächerlicher, über welche Dinge wir Deutschen so jammern.

Das Internet ist wegen den blöden Nachbarn mal wieder verdammt langsam? In ländlichen Gebieten fällt hier regelmäßig der Strom aus.

Es gibt keine Mayo mehr für deine Currywurst mit Pommes? Hunderte Menschen versuchen hier jeden einzelnen Tag genug zu essen zu bekommen, um zu überleben.

Dein Zahnarzt hat erst in einem Monat wieder Termine frei? 80% der peruanischen Bevölkerung hat keine Krankenversicherung (Quelle) und muss für medizinische Versorgung selbst bezahlen (was die aller wenigsten können).


jammern


Aus meiner aktuellen Perspektive heraus bin für den Lebensstandard in Deutschland mehr als dankbar.

Es ist wichtig, sich sein privilegiertes Leben regelmäßig bewusst zu machen, um Jammern auf zu hohem Niveau zu vermeiden. Wächst man sein ganzes Leben in deutschem Luxus auf, vergisst man schnell, wie besonders zum Beispiel eine Sozialversicherung ist.

Deshalb:
Wenn du das nächste Mal für 20 Cent eine Banane aus dem Supermarkt isst, denk dabei an den südamerikanischen Bauern, der mit seiner Plantage für einen Hungerlohn drei Generationen unter einem Dach ernähren muss.


Banane


Du hast es extrem gut hier in Deutschland!



So, das waren meine 7 Erkenntnisse aus dem letzten Jahr. Ich bin gespannt, welche Entwicklungen 2016 mit sich bringt – und vor allem, wie unsere Reise weitergeht. Ich habe in diesem Jahr viel vor und kann es kaum erwarten, meine Pläne umzusetzen.


Wie war dein Jahr 2015? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche Lektionen hast du gelernt?

Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar. 🙂


Blick nach vorn

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